Donnerstag, 4. Juli 2013

1-2-3 zum richtigen Foto Teil3

1-2-3 zum richtigen Foto – das klingt doch richtig einfach – genauso einfach wie sich Fotos schießen lassen. Ein Knopfdruck und das Foto ist digitalisiert. Prinzipiell geht es ja auch so. Nur warum zum Kuckuck ist das Ergebnis irgendwie nicht perfekt oder zumindest nicht so gut, dass es mir viele neue Besucher und Käufer für meine kreative Keramik in den Shop bringt?

Was ist also das Geheimnis von „guten“ Produktfotos“?

Ein gutes Foto will oder besser muss geplant werden. Was bei einem Schnappschuss nicht möglich ist, der ja eher zufällig entsteht, gelingt mit der nötigen Vorbereitung. Das Fotografieren hat sehr viel mit Licht zu tun. Je nach Lichtquelle entsteht eine besondere Stimmung, die je nach Produkt passt und wie sagt man so schön - die Schokoladenseite unterstreicht. Findet heraus, bei welchen Lichtverhältnissen eure kreativen Produkte besonders gut „rüber“ kommen.

Für meine Keramik nutze ich oft die natürlichste Lichtquelle - das Tageslicht. Ideal für eine natürliche Stimmung ist ein leicht schattiger Platz. Besonders gut sind die Lichtverhältnisse in den späten Nachmittagsstunden. Probiert verschiedene Plätze und Tageszeiten aus und befragt eure Familie und Freunde, welches Foto am besten ankommt. Schreibt ein kleines Protokoll, an welchem Ort und zu welcher Zeit das Foto entstanden ist. So könnt ihr später besser nachvollziehen wie ein gut gelungenes Foto entstanden ist.
Neben der Lichtquelle ist natürlich auch die Technik entscheidend. Mit einem Handy aufgenommene Bilder können nie die Qualität erreichen, die eine Spiegelreflexkamera mit einem lichtstarken Objektiv erreichen wird. Fairerweise sollte erwähnt werden, dass die Technik alleine keine guten Bilder schießt.

Je nach Kamera überfordern die Einstellmöglichkeiten den Fotografen, der möglichst schnell zum Ergebnis kommen möchte. Die einfachste Wahl ist das Automatikprogramm, bei dem die Kamera selbst die Einstellungen ermittelt. Dabei versucht die Kamera die Umgebungsparameter einzuschätzen und wählt den bestmöglichen Kompromiss. Wer von Euch in der Fotografie ein neues Hobby entdeckt und alle möglichen Effekte aus seiner Kamera heraus kitzeln möchte, kann natürlich alle Einstellung per Hand wählen.
Ich persönlich wähle oft halbautomatische Programme, bei denen ich selbst gewisse Einstellungen vornehmen kann und die Kamera weitere Einstellungen den meinen anpasst. Ein Wert den ich immer selbst wähle ist die Lichtempfindlichkeit kurz ISO für den Sensor früher Film. Eine Kamera braucht eine gewisse Menge Licht für ein Bild. Je höher der ISO Wert gewählt wird, desto weniger Licht benötigt die Kamera. Also immer einen hohen ISO Wert wählen? NEIN! Je höher der ISO Wert gewählt wird, desto höher ist das Bildrauschen – das Bild wirkt extrem krisselig. Der niedrigste ISO Wert der sich meistens an einer Kamera einstellen lässt, ist 100 und der höchste kann über 3000 liegen. Wählt für Produktfotos am besten 100-200 und max. 400.

In der freien Natur und in Licht durchfluteten Räumen ist eine ISO Einstellung von 100-200 ohne Probleme möglich. Der Punkt an der Stelle ist nämlich, dass ein niedriger ISO Wert die Kamera dazu zwingt die Verschlusszeit zu verlängern. Und so verwackeln die Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen sehr schnell. Das ist auch der Grund, warum ich sehr oft mit einem Stativ arbeite. Zur Erklärung! Die Verschlusszeit regelt die Zeit bis die ausreichende Menge Licht einfällt, die die Kamera für das Foto benötigt. Während Licht einfällt sollte die Kamera absolut ruhig gehalten werden, um verwackelte Fotos zu vermeiden. Auf einem Stativ kann die Kamera auch mal 2 Sekunden das Licht ohne Probleme einfallen lassen.

Überlasse ich der Kamera alle Einstellungen, wählt sie einen ISO Wert der unter Umständen für Produktfotos ungeeignet ist. Spätestens bei der Nachbearbeitung und einer Vergrößerung eines Bildausschnitts wird die Bescherung sichtbar.
Alle Einstellungen lassen sich natürlich auch als gestalterische „Effekte“ einsetzen. Der Kreativität sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Beachtet folgende Punkte:
  • Schreibt ein Protokoll wo und zu welcher Zeit die Bilder entstanden sind
  • Tageslicht ist die beste Lichtquelle
  • Wähle die Lichtempfindlichkeit kurz ISO immer selbst
  • Wähle einen möglichst niedrigen ISO Wert (100-400) aus
  • Bei „schlechtem“ Licht den ISO Wert höher setzen oder mit einem Stativ arbeiten
  • Verwendet max. eine halbautomatische Einstellung bei der sich der ISO Wert manuell einstellen lässt
In meinem letzten Beitrag habe über das RAW Format geschrieben. Fotos im RAW Format lassen sich leicht nachbearbeiten, da fast alle Einstellungen in der Software angepasst werden können, die auch an der Kamera vorgenommen werden können.
Und jetzt ab an die Kamera und viel Spaß beim kreativen Fotografieren.

Stefanie Ernst-Fleury, Kreativwerkstatt-Fleury

Weitere Beitrge zum Thema:
1-2-3 zum richtigen Foto Teil2
1-2-3 zum richtigen Foto Teil1

Hier einige Beispiele für unterschiedliche ISO Einstellungen:

Mit ISO 100

 Mit ISO 200

 Mit ISO 400

 Mit ISO 800

 Mit ISO 1600

 Mit ISO 3200

 Mit ISO 6400

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Steffi von Keramik-Fleury

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